3-Products.jpg
Beschichtungen für wirkstoffeluierende Ballons (DEB’s)

Ballonkatheter sind der erste Meilenstein in der Entwicklung der perkutanen Interventionen an Koronararterien (PCI), einer revolutionären minimal-invasiven Operationstechnik die von Dr. Andreas Grüntzig in 1970er Jahren entwickelt wurde.

Im Prinzip eine per Aufdehnung eines Ballons herbeigeführte Erweiterung verengter Arterien, wurde die PCI (auch PTCA oder Angioplastie genannt) schnell zu einem Standardverfahren. Später, während der 1990er Jahre, wurde das klinische Ergebnis der PCI Techniken durch den Einsatz von Stents deutlich verbessert. Insbesondere aber mit der Einführung wirkstoffeluierender Stents (DES) im letzten Jahrzehnt wurden diese Stents zum neuesten Therapiestandard, der Ballon drohte dagegen in die Rolle eines reinen Hilfsmittels bei der Stent-Implantation abgedrängt zu werden.

Heute feiern Ballonkatheter ein bemerkenswertes Comeback als „Drug Eluting Ballon“ (DEB), ein Kombinationsprodukt, das dank zielgenauer Wirkstofffreisetzung aus seiner Beschichtung über eine neuartige Funktionalität verfügt, was einen Quantensprung bei Gefäßinterventionen bedeutet.

Für die mit raffinierten Wirkstoff-Formulierungen beschichteten DEB konnte gezeigt werden, dass sie das klinische Ergebnis von PCI Eingriffen weiter verbessern. In einigen Indikationen können DEB die etablierten konventionellen Ballonkatheter und Stents vorteilhaft ersetzen.

Die wesentlichen Vorteile des DEB Verfahrens gegenüber DES stützen sich auf (1) eine gleichmäßigere Freisetzung des Wirkstoffs im behandelten Gefäßabschnitt und (2) den Verzicht auf ein Implantat, das nach dem Stenten als Fremdmaterial permanent im Gefäß verbleibt. Ein DEB hinterlässt nicht mehr - und nicht weniger - als den Wirkstoff im behandelten Gefäß.

Hieraus ergibt sich die Attraktivität des DEB Konzepts gegenüber der Stent-Therapie bei Interventionen zur Behandlung von Restenosen (unerwünschten erneuten Verengungen des Gefäßes), unter schwierigen anatomischen Verhältnissen wie kleinen Gefäßen und Bifurkationen, sowie für komplexe Eingriffe im peripheren Gefäßsystem, z.B. an verschlossenen Beinarterien.

Eine weiter wachsende Zahl klinischer Belege zeigt, daß DEB ein aussichtsreiches, vielseitig anwendbares Therapiekonzept darstellen, welches die Effizienz von Gefäßinterventionen zu steigern vermag. Darüber hinaus wird an weiteren Verbesserungen der DEB-Technologie gearbeitet.

 
Deutsch